Geschichte

Die Erfindung des Ambu Beutels

Ein Beatmungsbeutel ist heute aus keinem Krankenhaus oder Rettungsdienst mehr wegzudenken. Wenn wir uns einmal umschauen, so finden wir Ambu-Beutel im Schockraum, in der Anästhesie, in der Ergometrie, im Rettungswagen...eigentlich auf fast jeder Station oder Institution. Aber wo kommt der Ambu-Beutel eigentlich her?

Um der Frage auf den Grund zu gehen, möchten wir Sie auf eine Zeitreise einladen. Folgen Sie uns in die späten 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Dort treffen wir den deutschen Ingenieur Dr. Holger Hesse. Er hat unter dem Namen Sicca-Hämometer ein Gerät entwickelt, mit dem man den Hämoglobingehalt von Blut bestimmen konnte. 1953 trifft Hesse den dänischen Anästhesisten Prof. Henning Ruben. Beide haben eine Vision: Sie möchten ein Gerät entwickeln, mit dem man ambulant beatmen und Sekret absaugen kann.

Sie machen sich an die Arbeit. Die Idee eines Kombigerätes musste bald verworfen werden, aber wenige Jahre später kommt ein Gerät auf den Markt, mit dem man wirklich ambulant beatmen konnte - ein sich selbst mit Luft füllender Beutel zur Beatmung von Patienten. Die vorangegangenen Versuche waren nicht sehr vielversprechend. Speichen einer Fahrradfelge wurden so miteinander verschweißt, dass sie eine ovale Figur - ähnlich einem Football - bildeten. Erst als Professor Ruben die Idee hatte, das Metallgerüst durch ein koprimierbares, aber trotzdem formstabiles Material zu ersetzen, kamen die beiden auf die richtige Fährte.

Das neue Produkt wurde zunächst als Ruben-Beutel bald danach als Ambu-Beutel bekannt.

ambu bag

Aber dies war erst der Anfang einer sehr erfolgreichen Zusammenarbeit.

Heute ist der Ambu-Beutel ein Synonym für Beatmungsbeutel und das Konzept hat sich weltweit durchgesetzt, ob als Ambu-Beutel, Ambu-Bag, Pallone-Ambu, Insufflateur-Ambu...

Darüber hinaus leistete Ambu Pionierarbeit beim Thema Wiederbelebung. In jeder Notfallsituation, sollte ausgebildetes Personal zur Rettung des Patienten fähig sein. Mit diesem Ansatz initiierte Ambu ein neues Trainingskonzept, das in den ersten Traningsphantomen zwischen 1957 und 1959 mündete. 

Während der 1970er Jahre und 1980er Jahre expandierte Ambu weltweit. Die Einrichtung eines globalen Netzwerks aus Vertriebsgesellschaften und Distributoren stärkte Ambus Position als bedeutender Einflussnehmer bei den Themen Notfallmedizin und Training.

Medicotest

Im Jahr 2001 erwarb Ambu Medicotest, eine führende Elektroden-Firma.

Die Geschichte von Medicotest, ist ein Musterbeispiel für erfolgreiches Unternehmertum. 1971 gründete der Ingenieur Jan Rasmussen das Unternehmen mit dem folgenden Ziel:

"Die Entwicklung und Produktion von EKG-Elektroden zum Einmalgebrauch, welche am verlässlichsten geringe biologische Spannungssignale zwischen menschlichem Körper und Verstärker übermitteln." 

Mit anderen Worten ausgedrükt, sah Jan Rasmussen den Bedarf an einer Elektrode, die besser war als die damals auf dem Markt erhätlichen. Die Lösung war das einzigartige "Off-Set"-Design (Dezentrierter Anschluss), das die Ambu BluesSensor Elektroden auch heute noch kennzeichnet und unverwechselbar machen.

Beachtenswert ist dabei, dass Rasmussen die ersten Entwicklungen auf seinem Esstisch konstruierte, bis er nach einigen Jahren in einen 100 m² großen Keller zog. In dieser Zeit testeten viele Krankenhäuser das Design und die Idee unter verschiedensten Bedingungen. Ein großer Partner während dieses Prozesses war das Universiätsklinikum von Kopenhagen, mit dem mittlerweile ein langfristiges Verhältnis besteht.