Eine neue Studie zeigt Kontaminationen und Beschädigungen an Mehrweg-Bronchoskopen, trotz Einhalten der Reinigungs- und Desinfektionsvorgaben

 

Die Verwendung von Einweg-Bronchoskopen könnte das Risiko für Übertragungen lebensbedrohlicher Infektionen von Patient zu Patient signifikant verringern

 

24. Juli 2018 - Die Bronchoskopie zählt zu den häufigsten pulmologischen Interventionen und die meisten praktizierenden Ärzte gehen davon aus, dass die Aufbereitung (ein mehrschrittiger Prozess der Reinigung und Desinfektion oder Sterilisation) der Bronchoskope effektiv ist.

Eine neue Studie, die von der Firma 3M finanziert und von Healthmark Industries unterstützt wurde, hat allerdings gezeigt, dass dies nicht der Fall ist. Auch wenn die Bronchoskope nach den geltenden Aufbereitungsrichtlinien gereinigt und desinfiziert wurden, hat sich gezeigt, dass der Großteil der einsatzbereiten, wiederverwendbaren, flexiblen Bronchoskope kontaminiert und beschädigt war.

Die Studie besagt, dass „die Ergebnisse beunruhigend sind. Insbesondere da Patienten die bronchoskopiert werden, aufgrund von Transplantationen, kritischen Krankheiten oder Immunsuppression durch bösartige Tumore oder chronische Krankheiten, häufig sehr anfällig für Infektionen sind.“

Des Weiteren kommt die Studie, die im Juni auf der APIC Konferenz 2018 (Association of Professionals in Infection Control’s annual conference) vorgestellt wurde, zu dem Schluss, dass „der Wechsel zur Verwendung sterilisierter Einweg-Bronchoskope“ das Risiko der Übertragung lebensbedrohlicher Infektionen zwischen Patienten deutlich verringern könnte.

„Die Studie belegt was wir seit Jahren sagen, dass Einweg-Bronchoskope eine bessere Alternative als gereinigte und wiederverwendete Bronchoskope sind“ sagt Lars Marcher, CEO & Präsident von Ambu A/S, einem Medizinprodukteunternehmen, welches den Weg für Einweg-Bronchoskope bereitet hat. „Einweg-Bronchoskope, wie wir sie seit 2009 herstellen und verkaufen, sind sicher, effektiv und schützen Patienten vor Viren, Bakterien und Pathogenen die Krankheiten auslösen und sogar zum Tod führen können.“

Die Studie wird in einer kommenden Ausgabe des Chest Magazins veröffentlicht. Entstanden ist sie durch die Zusammenarbeit von Wissenschaftlern verschiedener Institutionen, dazu gehören Cori. L Ofstead, MSPH*; Mariah R. Quick, MPH*; Harry P. Wetzler, MD, MSPH*; John E. Eiland, RN*; Otis L. Heyman, Business Administrator von Ofstead & Associates in St. Paul, Minnesota; David A. Sonetti, MD und J. Scott Ferguson, MD, FCCP* der Division of Pulmonary and Critical Care Medicine, Department of Medicine, University of Wisconsin School of Medicine and Public Health.

Ofstead und ihre Kollegen haben die Studie im Jahr 2017 an drei großen Krankenhäusern, inklusive eines Transplantationszentrums, in den USA durchgeführt. Die Wissenschaftler haben 24 Bronchoskope, die entsprechend der jeweils geltenden Aufbereitungsanweisung gereinigt wurden, untersucht. Die Protokolle zur Aufbereitung von Bronchoskopen sind sehr komplex und umfassen die Vorreinigung am Einsatzort, Dichtigkeitstests, manuelle Reinigung und Sterilisation oder High-Level-Desinfektion (High-Level Disinfection, HLD).

Die Wissenschaftler haben Aufbereitungsprozesse betrachtet, Anschlüsse und Arbeitskanäle visuell überprüft und die Lagerungsbedingungen bewertet. Kontaminationen wurden mithilfe von mikrobiologischen Kulturen und Tests auf Protein, Hämoglobin und Adenosintriphosphat (ATP) nachgewiesen. Die Aufbereitungsprozesse wurden in zwei der drei Krankenhäuser als „unter Standard“ bewertet.

Es sind bereits etliche Fälle bekannt in denen mikrobiologische Übertragungen und Infektionen mit der unzureichenden Aufbereitung flexibler Mehrweg-Bronchoskope in Verbindung gebracht wurden. Zusätzlich zeigt die Studie von Ofstead und Kollegen, dass auch das exakte Befolgen aktueller Aufbereitungsrichtlinien nicht immer zu einer effektiven Reinigung führt.

Nach der manuellen Reinigung fanden die Wissenschaftler bei 100% der untersuchten Bronchoskope bestehende Kontaminationen. Nach der vollständigen Aufbereitung konnte bei 14 (58%) der untersuchten Bronchoskope mikrobielles Wachstum, inklusive Schimmel, Stenothrophomonas maltophila und Escherichia coli / Shigella spp., festgestellt werden. Die Wissenschaftler gaben zudem an, dass noch weiter, bisher nicht identifizierte, Mikroorganismen auf den Bronchoskopen gefunden werden könnten und dass noch keine Tests zum Nachweis von Viren wie Hepatitis B, Hepatitis C und Influenza gemacht wurden.

Sichtbare Unregelmäßigkeiten, wie Restfeuchte, braune, rote oder ölige Rückstände, Kratzer, beschädigte Einführschläuche und distale Enden, sowie filamentöse Verschmutzungen, wurden bei 100% der Bronchoskope gefunden. Die Lagerungsbedingungen scheinen eine zusätzliche Kontaminationsquelle zu sein, da sowohl die visuelle Überprüfung als auch Tests zum ATP Nachweis gezeigt haben, dass die Aufbewahrungsorte nicht sauber waren.

In einem der Krankenhäuser haben zusätzliche Tests an einem neuen Bronchoskop ergeben, dass potentielle Kontaminanten bereits vor dem klinischen Einsatz durch eine erste Aufbereitung in das Bronchoskop gelangt sind. Zudem wurden in zwei Krankenhäusern Krankenpfleger beobachtet, die die Bronchoskope mit bloßen Händen gehandhabt und diese so möglichen Kontaminationen ausgesetzt haben.

*MSPH – Master of Sciene in Public Health, MPH – Master of Public Health, MD – Medical Doctor, RN – registered Nurse, FCCP - Fellow of the College of Chest Physicians

Über Ambu

Ambu gehört zu den bekanntesten Medizinprodukteherstellern der Welt. Seit 1937 hat Ambu bahnbrechende Ideen in den Bereichen Anästhesie, Patienten Monitoring und Diagnostik, sowie Emergency Care entwickelt und umgesetzt. Millionen Patienten und Mediziner weltweit verlassen sich auf die Funktionalität und Leistung von Ambu Produkten, wie den Ambu Beatmungsbeutel, die BlueSenorTM Elektroden und das aScopeTM – das weltweit erste flexible Einweg-Endoskop. Der Ambu Hauptsitz ist in Dänemark, in der Nähe von Kopenhagen und die Firma beschäftigt rund 2.500 Mitarbeiter in Europa, Nordamerika und der Region Asien-Pazifik. Mehr Informationen finden Sie auf www.ambu.de.

 

 

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