Richtlinie zur Bekämpfung von Bestechung und Korruption
1. Einleitung
Als globales Unternehmen ist Ambu verpflichtet, seine Geschäftstätigkeit ehrlich und ohne korrupte Praktiken oder Bestechungshandlungen auszuüben, um sich keinen unlauteren Vorteil zu verschaffen.
Es ist wichtig, dass alle Aktivitäten von Ambu mit Integrität durchgeführt werden. Bestechung und Korruption schaden den Gesellschaften, in denen sie stattfinden, und behindern wirtschaftliches Wachstum und Entwicklung.
Ambu verpflichtet sich, alle geltenden Anti‑Korruptionsgesetze einzuhalten und sämtliche Transaktionen korrekt in den Büchern und Aufzeichnungen von Ambu darzustellen. Ambu verfolgt eine Null‑Toleranz‑Politik gegenüber Bestechung und Korruption – sei es durch Mitarbeitende oder Personen, die im Auftrag von Ambu handeln.
Alle Führungskräfte, Vorstandsmitglieder und Mitarbeitenden von Ambu (zusammen: Ambu‑Personal) sind verpflichtet, geschäftlich jederzeit rechtmäßig und ethisch zu handeln. Ebenso verlangt Ambu von Agenten, Berater:innen und Geschäftspartnern, die im Auftrag von Ambu tätig sind, dass sie diese Richtlinie einhalten.
2. Was ist Bestechung?
Bestechung ist das Angebot oder der Erhalt eines Geschenks, Darlehens, einer Zahlung, Belohnung oder eines sonstigen Vorteils an oder von einer Person als Anreiz, etwas Unehrliches, Illegales oder Vertrauenswidriges im Rahmen der geschäftlichen Tätigkeit des Unternehmens zu tun.
Für diese Richtlinie ist unerheblich, ob die bestochene oder bestechende Person im öffentlichen oder privaten Sektor tätig ist.
Die bestochene Person ist in der Regel jemand, der in der Lage ist, Geschäfte zu erhalten, zu beeinflussen oder zu lenken. Dies kann Verkaufsinitiativen sowie administrative Vorgänge wie Zoll, Steuern, Lizenzen oder Im‑ und Exportangelegenheiten betreffen. Es spielt keine Rolle, ob die Bestechung vor oder nach der Vertragsvergabe oder der Durchführung administrativer Aufgaben erfolgt.
3. Was verbietet Ambu?
Ambu verbietet:
- das Anbieten, Verschenken, Fordern oder Annehmen jeglicher Form von Bestechung – egal ob Geld oder sonstiger Vorteil
- an oder von jeder Person oder jedem Unternehmen – egal wo, egal ob öffentliche Stelle, behördliche Institution oder privates Unternehmen
- durch jede:n Mitarbeitende:n, jede:n Agenten oder jede andere Person, die im Namen von Ambu handelt
- um Ambu auf unethische Weise einen geschäftlichen, vertraglichen oder regulatorischen Vorteil zu verschaffen
- oder um sich selbst oder einer anderen Person einen persönlichen Vorteil – finanziell oder anderweitig – zu verschaffen
Diese Richtlinie verbietet jegliche Zuwendung, die einem Empfänger einen persönlichen Vorteil verschafft oder jemandem in dessen Umfeld zugutekommt und die darauf abzielt, diese Person zu Handlungen zu beeinflussen, die nicht im alleinigen Interesse von Ambu oder ihres Arbeitgebers bzw. Auftraggebers liegen.
Nicht beabsichtigt ist, folgende Praktiken zu verbieten, sofern sie für den jeweiligen Markt üblich, angemessen und ordnungsgemäß dokumentiert sind:
- übliche und angemessene geschäftliche Gastfreundschaft
- traditionelle, kulturell übliche Geschenke zu Feiertagen oder besonderen Anlässen
- das Angebot von Ressourcen, um Entscheidungen effizienter zu ermöglichen – sofern sie ausschließlich zu diesem Zweck bereitgestellt werden
4. Wo treten Bestechungssituationen typischerweise auf?
Es ist hilfreich, sich bei der Bewertung eines Vorgangs folgende Fragen zu stellen:
- Was ist die Absicht? Soll eine Beziehung gepflegt oder aufgebaut werden – oder steckt etwas anderes dahinter? Wie würde es wirken, wenn es auf der Titelseite einer Zeitung stünde?
- Wenn diese Fragen schwer zu beantworten sind, besteht möglicherweise ein Risiko, das Ambus Geschäft oder Reputation schädigen könnte. Außerdem könnte der Vorgang rechtswidrig und strafbar sein.
Geschenke, Gastfreundschaft und Einladungen
Dazu zählen Geschenke, Bewirtungen, kleine Aufmerksamkeiten oder Einladungen zu Veranstaltungen im geschäftlichen Kontext. Solche Aktivitäten sind nur zulässig, wenn sie in angemessenem Umfang erfolgen.
Ein Geschenk oder eine Einladung ist generell zulässig, wenn:
- es nicht der Einflussnahme dient, um Geschäfte zu erhalten oder zu belohnen
- es kein Bargeld oder geldwerten Vorteil (z. B. Gutscheine) enthält
- es lokalen Gesetzen entspricht
- es in der jeweiligen Kultur angemessen ist (z. B. kleine Weihnachtsgeschenke in Dänemark)
- es offen und nicht heimlich gegeben wird
- es im Namen von Ambu und nicht im eigenen Namen erfolgt
- es nicht an oder von Regierungsvertreter:innen, Behörden, Politiker:innen oder politischen Parteien gegeben oder angenommen wird
5. Regierungsvertreter:innen und „Facilitation Payments“
Wer gilt als Regierungsvertreter:in?
- staatliche oder behördliche Mitarbeitende (inländisch oder ausländisch)
- Vertreter:innen staatlicher oder staatlich kontrollierter Organisationen
- politische Kandidat:innen oder Parteifunktionäre
- Mitarbeitende internationaler Organisationen (z. B. Weltbank, Rotes Kreuz)
Facilitation Payments
- Grundsätzlich dürfen Ambu‑Mitarbeitende Regierungsvertreter:innen keine Geschenke, Gastfreundschaft o. Ä. anbieten oder von ihnen annehmen. Ausnahmen sind geschäftsbezogene Mahlzeiten, wenn ein:e Ambu‑Vertreter:in teilnimmt.
- Ansonsten sind Facilitation Payments streng verboten.
Wenn eine Zahlung verlangt wird, muss immer eine Quittung mit genauer Begründung angefordert werden. Wenn eine Zahlung unter Zwang, Bedrohung oder Sicherheitsrisiko erfolgt, kann sie ausnahmsweise geleistet werden – unter sofortiger Meldung an die/den Compliance Manager und ordnungsgemäßer Dokumentation.
6. Wer kann Bestechung oder Korruption begehen?
Ein Unternehmen kann haftbar gemacht werden, wenn eine Person, die in seinem Auftrag tätig ist (z. B. Mitarbeitende, Auftragnehmer:innen), eine andere Person besticht, um einen geschäftlichen Vorteil für das Unternehmen zu erreichen.
Auch Lieferanten gelten als „assoziierte Personen“, wenn sie Dienstleistungen im Auftrag des Unternehmens erbringen.
7. Gesetzliche Regelungen
Die meisten Länder haben Gesetze gegen Bestechung und Korruption. Diese Gesetze und die Strafen unterscheiden sich – einschließlich der Möglichkeit, dass Gerichte eines Landes über Vorfälle in einem anderen Land urteilen können, wenn die handelnde Person eng mit dem Land verbunden ist.
Beispiel: Britische Gerichte können über einen Verstoß eines dänischen Ambu‑Mitarbeitenden in Malaysia urteilen.
In vielen Ländern drohen bei Bestechung harte Strafen: z. B. bis zu 10 Jahre Haft im Vereinigten Königreich.
Unternehmen können u. a. mit unbegrenzten Geldstrafen, Ausschluss von öffentlichen Ausschreibungen und erheblichen Reputationsschäden belegt werden.
Manche Rechtsordnungen bestrafen nicht nur Bestechung selbst, sondern auch das Unterlassen angemessener Präventionsmaßnahmen.
8. Aufzeichnungen
Ambu muss finanzielle Aufzeichnungen führen und wirksame interne Kontrollen haben, um Geschäftsvorgänge korrekt abzubilden.
Alle Gastfreundschaft, Geschenke oder Ausgaben müssen erfasst und zur Prüfung vorgelegt werden. Alle Kosten müssen gemäß der Kostenrichtlinie eingereicht werden – mit Begründung.
„Nebenbücher“ oder geheime Aufzeichnungen sind strikt verboten.
9. Konsequenzen
Ambu nimmt Bestechung und Korruption sehr ernst. Mitarbeitende, die gegen diese Richtlinie verstoßen, müssen mit disziplinarischen Maßnahmen rechnen – bis hin zur Kündigung. Ambu ermutigt alle Mitarbeitenden, verdächtige Aktivitäten zu melden.
10. Meldung von Bestechung und Korruption
Mitarbeitende sollen mögliche Verstöße so früh wie möglich melden.
Jeder Vorgang – unabhängig vom Betrag – kann einen Verstoß darstellen.
Wenn ein Verstoß vermutet oder beobachtet wird, ist dieser unverzüglich an die/den Compliance Manager zu melden.
Examples of actions not acceptable and classified as bribery
- You offer a potential client tickets to a major sporting event on the condition that the client agrees to do business with Ambu.
(This would be an offence as you are making the offer to gain a commercial and contractual advantage. Ambu may also be found to have committed an offence because the offer has been made to obtain business for Ambu. It may also be an offence for the potential client to accept the offer).
- A supplier gives your niece a job, but makes it clear that in return the supplier expect you to use your influence within Ambu to ensure Ambu continue to do business with the client.
(It is an offence for a supplier to make such an offer. It would be an offence for you to accept the offer as you would be doing so to gain a personal advantage).
- You arrange for the business to pay an additional payment to a foreign official to speed up an administrative process (e.g. clearing Ambu’s goods through customs).
(The offence of bribing a foreign public official has been committed as soon as the offer is made. This is because it is made to gain a business advantage for Ambu. Ambu may also be found to have committed an offence).
Examples of acts that are never permissible:
Gifts in the form of cash/or cash equivalent vouchers, a “quid pro quo” (offered for something in return).
Payment for participation in congresses etc. may be acceptable but it is important to ensure that the stay paid by Ambu does not last for more days than the duration of the congress etc.
A variety of cultural factors such as customs and expectations may influence the level of acceptability. Obviously, decisions as to whether an act is acceptable or not may not always be easy. If anyone is in doubt as to whether a potential act constitutes bribery, the matter should be referred to Compliance Manager before proceeding.